Stopfer
Bei den Stopfern kann man vom einfachen „Tschechen“ – so genannt weil er aus Tschechien kommt – bis hin zum völlig überteuerten Marken-Automatikstopfer mit Bruyère-Ummantelung und vergoldeter Mechanik so viel Geld ausgeben, wie man möchte. Der Tscheche ist preisgünstig und robust, und er bietet alles was man braucht: Stopfer, Dorn und Löffelchen. In der Hosentasche richtet er aber manchmal Böses an, da er sich gerne leicht auffächert und für Löcher im Futter sorgt. Es gibt Pfeifenfeuerzeuge mit eingebauten Stopfern, es gibt so genannte Automatik-Stopfer, und viele, viele Varianten. [Foto: Stopfertypen]
Wer nur zu Hause raucht, der kann und sollte vielleicht auch etwas mehr ausgeben für einen ordentlichen Stopfer. Es ist unwahrscheinlich, dass dieser sich hinter einem Heizkörper in einer Kneipe fest setzt. Die meisten Pfeifenraucher die ich kenne rauchen allerdings häufig unterwegs, und der Pfeifenstopfer an sich (bzw. das Pfeifenbesteck) ist ein Wesen mit sehr starkem Unabhängigkeitsdrang: Die Dinger rennen einfach gerne davon, sobald man sie nur ein paar Sekunden aus den Augen läßt. Daher auch hier die Empfehlung, bei aller Primitivität, zum Tschechen oder dem artverwandten Solinger zu greifen; beide sind letztlich einfaches Pressblech, aber in höchstem Maß funktional und zuverlässig. Und dazu noch billig: Wenn man ein Exemplar irgendwo liegen läßt, ist das noch zu verschmerzen. Der nächste Tscheche ist einen Tabakladen weit entfernt, nicht weiter.
Der Tscheche hat den Vorteil, dass man ihn im Notfall fast überall bekommt. Selbst Supermarkt-Lotto-Theken haben ihn oft im Angebot. Vergessliche Menschen können auf diese Art bis zu mehrere Dutzend Tschechen ansammeln, im Extremfall über 100 – wer öfters seinen Stopfer zu Hause vergisst, muss damit leben. Ich selbst habe mich dagegen so gewappnet, dass ich in meiner Hose des Tages immer ein Feuerzeug, einen Stopfer, und einen Putzer trage. Damit sollte ich nicht in die Verlegenheit geraten, ohne Stopfer da zu stehen. Und doch passiert es mir gelegentlich, weil ich z. B. den Stopfer im Auto habe liegen lassen, wo ich mir die Pfeife angezündet hatte.
Die verschiedenen teureren, integrierten Stopfer haben den Vorteil, das Taschenfutter zu schonen. Nur wenn man so einen Stopfer in der Kneipe liegen läßt, dann sind auch mal eben 15 Euro oder mehr weg. Wer aber ausreichend organisiert ist, sollte sich vielleicht schon einen edleren Stopfer leisten. Der Tscheche bzw. Solinger stopft kein Bisschen besser oder schlechter, nur verbraucht man eben mehr Stopfgarn für die Hosentaschen, und wenn man Single ist ohne jemanden, der einem die Taschenfutter repariert, dann ist das ein erhebliches Manko!
Die Feuerzeuge mit eingebautem Stopfer können auch sinnvoll sein; auch sie reißen keine großen Löcher in die Hosentasche (oft aber in die Brieftasche), und wenn man sie nicht ständig herum liegen läßt, sind sie sowohl hervorragende Pfeifenfeuerzeuge als auch wunderbare Pfeifenstopfer bzw. Pfeifenbestecke. Nur vergessen darf man sie eben nicht.
Pfeifenständer/Pfeifenregale
Wenn man die Pfeife, sei es beim Rauchen oder auch danach, beiseite legen möchte, ist ein Pfeifenständer sehr hilfreich. Sicher, man kann die Pfeife auch gegen einen Gegenstand auf dem Schreibtisch lehnen oder in irgend eine Ecke klemmen, oder irgendwo ins Armaturenbrett rammen. Die Gefahr einer Sauerei ist dabei allerdings immer gegeben, denn es ist leider sehr einfach, durch eine unbedachte Geste die vielleicht sogar noch glimmende Pfeife umzustoßen. Mit einem guten Pfeifenständer ist das nicht ganz so einfach.
Für das kleine Budget gibt es Klappständer; die sind sehr handlich und auch mobil gut einsetzbar, wenn auch nicht sehr stabil. Es gibt Pfeifenaschenbecher mit integrierten Mulden für eine oder mehrere Pfeifen, es gibt alle möglichen Varianten und Ausführungen bis hin zur Pfeifenhalterung fürs Auto. Letztere sei hiermit jedem wärmstens empfohlen, der während der Fahrt Pfeife raucht. Denn wenn die Pfeife während der Fahrt ausgeht, dann kann es zum Problem werden sie sinnvoll abzulegen: Aus den meisten Ablagemöglichkeiten der meisten Fahrzeuge fällt sie nämlich bei der nächsten scharfen Kurve oder Bremsung heraus und streut die Asche quer durch den Fußraum. Hierbei vielleicht noch ein Tipp: Bevor Sie den Pfeifenhalter am Armaturenbrett befestigen, entsorgen Sie den mitgelieferten Klebestreifen und benutzen Sie stattdessen ein oder zwei Stückchen Silikon-Klebemasse (diese grauen quadratischen Stückchen, die man im Dutzend auf einem Bogen bekommt). Das hält gut, und wo ein Klebestreifen urplötzlich aufgibt und den Pfeifenhalter samt Pfeife und Inhalt über Ihre Beine verteilt, bleibt das Zeug selbst unter härtesten Bedingungen vorhersehbar. Wenn sich der Kleber verabschiedet, dann merkt man das ausreichend weit im Voraus und kann rechtzeitig reagieren oder zumindest die Klebemasse neu durchkneten. Das reicht normalerweise aus.
Zur Aufbewahrung der Pfeifen gibt es Gruppenständer und Pfeifenschränkchen und Ähnliches, aber diese Dinge haben leider eine Eigenschaft immer gemeinsam: Sie sind unverschämt teuer. Es ist meines Erachtens nicht zu begründen, warum ein einfaches in Form gegossenes Stück Polyacryl das ganze drei Pfeifen trägt über 30 Euro kosten soll. Und ein Schränkchen, bei aller Liebe zum Detail und guter Verarbeitung, muss auch nicht wirklich um die 1000 Euro kosten. Dazu müßte das Ding schon massiv Silber sein, zumal die Böden sowieso aus der Kopierfräse kommen. Dummerweise ist das Material meistens irgend ein exotisches Holz, das für sich allein wirklich toll aussieht. Nur passt es leider in keiner Weise zu meinen Kiefernmöbeln. Oder den anderen Möbeln des Lesers. Oder zu irgendetwas anderem, das man in einem Möbelhaus bekommen könnte.
Wer es sich zutraut, kann sich natürlich ein einfaches Pfeifenregal auch selbst bauen; alles nötige Zubehör dafür findet sich im Baumarkt Ihrer Wahl, und Sie können das Holz dabei auch passend zu Ihren Möbeln auswählen. Eine Bauanleitung finden Sie hier: [Slideshow]
Pfeifenräumer
Die Kohleschicht, die sich im Laufe der Zeit in einem Pfeifenkopf bildet, muss gelegentlich reduziert werden. Das kann man bequem zu Hause erledigen, oder dem Pfeifenhändler überlassen. Der benutzt aber in der Regel dieselben Werkzeuge, die man sich auch selbst zulegen kann.
Grundsätzlich gibt es verschiedene Herangehensweisen: Es gibt Pfeifenräumer, die bestimmte Bohrungsdurchmesser voraussetzen (und dazu eine zylindrische Bohrung), und andere, die man auch an konische Bohrungen anpassen kann. Nicht immer ist dabei die einfachere Wahl die Billigere. Umgekehrt aber auch nicht.
Für nur wenige Euro bekommt man ein Gerät aus Pressblech, das sich sauber auf beliebige Winkel in der Bohrung einstellen läßt; leider haben diese Geräte nur zwei Klingen. Damit verkanten sie sich recht leicht und man muss sehr vorsichtig sein, damit man nicht aus Versehen in das Holz hinein schneidet.
Andererseits, ebenfalls für wenig Geld, gibt es Sätze von Bohrköpfen mit verschiedenen Standard-Durchmessern, die drei oder vier Schneidkanten haben und damit wesentlich leichter zu führen sind. Der Nachteil ist dabei, dass man keine konischen Bohrungen bearbeiten kann und dass man auch mit einem zu großen Durchmesser eine Pfeife „aufbohren“ kann. Gerade bei Pfeifen mit einer geringen Wandstärke ist das keine gute Idee.
Eine weitere bezahlbare Variante sind Pfeifenräumer mit federgelagerten Klingen. Diese Geräte passen sich automatisch an jede Bohrung an. Man muss nur rechtzeitig mit dem Räumen aufhören, sonst schneidet man bis an das blanke Holz. Wie bereits gesagt, ist das keine gute Idee: Auch wenn Bruyère nur wenig verkohlt, ein wenig verkohlt es doch, und wenn man dann beim Ausräumen zu forsch vorgeht, bohrt man letztlich die Pfeife auf.
Im oberen Preissegment gibt es dann noch Pfeifenräumer mit drei oder vier Klingen, die mechanisch auf praktisch jeden Wandungswinkel und jeden Bohrungsdurchmesser eingestellt werden können; die Ergebnisse sind hervorragend. Nur sind diese Geräte eben teuer: Hier reden wir bereits von über hundert Euro. Für den Besitzer einer großen „Herde“ kann sich das aber dennoch lohnen.
Pfeifenaschenbecher
Der typische Pfeifenaschenbecher ist, wenn Sie meinen Ratschlägen folgen, eigentlich eine Fehlkonstruktion, denn er enthält einen Kork zum Ausklopfen der Pfeife. Was man auf keinen Fall tun sollte. Es gibt alle möglichen Varianten in Material und Ausführung; es gibt Pfeifenascher aus verschiedenen Metallen, aus Glas und aus Kunststoff. Das Material ist in den meisten Fällen eigentlich egal; Kunststoff kann schon mal etwas in Mitleidenschaft gezogen werden wenn man – was durchaus mal passieren kann – eine Restglut in ihn entleert. Glas, Keramik und Metall sollten dagegen gut mit dieser Situation klar kommen. Ein Kork verkohlt natürlich auch, wenn er mit noch glühendem Tabak in Berührung kommt.
Die meisten speziellen Pfeifenascher sind aber leider nicht ganz billig; unter € 30,– wird man nicht viel finden. Wer also ein begrenztes Budget hat und nicht repräsentieren will, kann sich auch ganz einfach mit einer leeren Coin-Tabakdose behelfen. Wer will, kann sich dann auch einen Korken aus einer Weinflasche halbieren und in die Mitte kleben, das funktioniert genau so gut wie jeder Design-Ascher. Sieht nur eben nicht so toll aus, und der Korken ist wie bereits gesagt sowieso überflüssig. [Slideshow]
Die vielleicht sinnvollste Variante sind Ascher, die neben der Aschenschale auch noch die Möglichkeit bieten, eine Pfeife oder zwei abzulegen. Das sieht gut aus und ist auch noch praktisch. Ansonsten aber tut es letztlich so ziemlich jeder Aschenbecher, der nicht nach der ersten gereinigten Pfeife bereits überquillt.
Poliermittel, -tücher usw.
Es werden von verschiedenen Herstellern alle möglichen Produkte zur Pfeifenpflege angeboten. Das reicht vom einfachen Filztuch zum Polieren der Pfeife nach dem Rauchen bis hin zu „Pflegesets“ für richtig viel Geld.
Die meisten dieser Dinge braucht man ganz einfach nicht. Die einzige Situation die ich mir vorstellen kann in der man z. B. Ein Pfeifenpolierwachs brauchen könnte wäre, wenn man die Oberfläche der Pfeife aus irgendwelchen Gründen abschleifen müßte. Das sollte man dann aber sowieso vom Experten machen lassen, und der hat bereits Polierwachs und wird es nach erfolgtem Abschleifen auch auftragen, ohne dass Sie ihn extra darum bitten müssten.
Die einfachen Poliertücher sind da schon eher interessant. Nur kommen die meisten Pfeifen originalverpackt schon in einem Filzbeutel, der sich perfekt zum Polieren der Pfeife eignet. Da liegt es natürlich nahe, eben diesen Filzbeutel zu benutzen, und der funktioniert auch bei Pfeifen, die nicht in ihm ausgeliefert wurden. Wird der Beutel merkbar schmutzig, kann man ihn problemlos in lauwarmem Wasser mit etwas Spülmittel ausspülen.
Es gibt auch spezielle Mundstückpolitur, es gibt poliermittelgetränkte Poliertücher, es gibt Pfeifenreinigungsflüssigkeit zum Reinigen des Rauchkanals. Die Letztere enthält letztlich meistens nichts anderes als eine Mischung verschiedener Alkohole und kann problemlos durch etwas Vodka oder ähnlichen geschmacksarmen Schnaps ersetzt werden. Brennspiritus sollte man allerdings nicht dafür benutzen; der ist schlecht für den Geschmack aufgrund der Vergällungsstoffe. Das Zeug wird nicht umsonst „denaturiert“ genannt.
Wer ein Rotationswerkzeug nach Art des Dremel® hat, kann damit natürlich, passendes Schleifmittel mit einer entsprechenden Filzscheibe vorausgesetzt, seine Mundstücke selbst aufpolieren. Es ist aber dann doch etwas Vorsicht geboten, und der Erfolg ist selten vergleichbar mit dem Ergebnis, das man aus einer Fachwerkstatt bekommt. Und nein, ich komme nicht vorbei um die Schweinerei aufzuwischen, die das Schleifmittel an Ihren Wänden verursacht hat.

