Man sollte annehmen, dass Pfeifenputzer keine allzu großen Unterschiede aufweisen. Das war früher auch einmal so, als es leicht biegsame Baumwollputzer gab und sonst nichts. Dann haben die Hersteller angefangen, es kompliziert zu machen, indem sie konische Putzer einführten, diesen später wechselweise Kunstfasern eindrehten, den Draht versteiften und so weiter. Und so kommt es, dass es seit spätestens den 1970er Jahren unterschiedliche Pfeifenputzer zum Basteln und zum Reinigen von Pfeifen gibt.
Es gibt nun also Bastelmaterial, auch Chenilledraht genannt. Damit kann man immer noch eine Pfeife putzen, wenn auch nicht gerade gründlich. Die Borsten bestehen aus weichem Kunststoff und sind recht weit auseinander, der Draht ist dem Zweck entsprechend sehr weich. Und dünn, weshalb diese Dinger durch Rauchkanäle hindurch passen, bei denen hochwertige Putzer stecken bleiben.
Der Klassiker ist der einfache Baumwollputzer, meistens mit einem recht weichen Draht. Die Baumwolle nimmt sehr viel Feuchtigkeit auf, was der Hauptzweck eines Pfeifenputzers ist. Der weiche Draht ist allerdings ein Manko, da er sich bei einem etwas engeren Rauchkanal sehr leicht verbiegen kann und damit ein ordentliches Putzen unmöglich macht. Baumwollputzer gibt es auch mit konischen Fasern, was die Sache mit dem Rauchkanal wieder etwas verbessert: Das schmale Ende des Putzers kann leichter durch den Rauchkanal gleiten, das stärkere Ende sorgt für einen ordentlichen Andruck gegen die Wandung des Rauchkanals, und damit für eine gute Reinigungswirkung.
Eine Steigerung stellen die geringelten Putzer dar, bei denen zwischen den Baumwollfasern auch feine Kunstfasern eingedreht sind. Die Kunststoffborsten nehmen zwar keine großen Mengen an Kondensat auf, aber dafür ist ja die Baumwolle gedacht. Sie bürsten aber sanft die Innenseite des Rauchkanals und entfernen damit Ablagerungen, die von der reinen Baumwolle nicht aufgenommen werden. Die Qualitätsunterschiede bei diesen Putzern liegen in der Stärke des Drahts und in der Gleichmäßigkeit. Es gibt günstige Putzer, wo eine Packung sowohl perfekte, konische Exemplare enthält als auch gleichmäßig schmale Exemplare, die kaum stärker sind als der Draht. Und dicke Puschel, bei denen ich nicht weiß, wie ich sie durch einen Rauchkanal üblichen Maßes hindurchziehen können soll. Bei den günstigen Angeboten ist der Draht meistens auch sehr weich, aber es gibt Ausnahmen.
Die „Oberklasse“ in dieser Kategorie enthält gut kalibrierte, gleichmäßige Putzer, allesamt von gleichem Durchmesser, mit einem steifen Draht. Das läßt sich der Hersteller allerdings auch bezahlen.
Eine weitere Kategorie ist vor wenigen Jahren aufgetaucht. Das sind recht billige Putzer mit einem weichen Draht und Kunststoff-Fasern zwischen der Baumwolle, und zusätzlich noch Nylon-Borsten. Anwender berichten in den einschlägigen Foren, dass die spitzen Borsten zu blutenden Wunden an den Fingern führen, und dass weichere Mundstücke (z. B. aus Parakautschuk) regelrecht aufgefeilt werden. Es wäre zu wünschen, dass der Hersteller dieses Produkt einstellt und durch etwas sinnvolleres ersetzt: Mit wunden Fingern und zerkratzten Rauchkanälen ist dem Pfeifenraucher nicht geholfen.
Fazit
Man kann eine Pfeife auch mit einem Chenilledraht putzen. Das ist aber nicht sehr gründlich und daher auf Dauer keine gute Idee. Ein guter Putzer ist konisch, hat wechselweise Baumwoll- und Kunststoffborsten, einen stabilen Draht, und die Packung enthält weitestgehend gleichförmige Exemplare.

