Tabakblätter sind in der Regel recht groß; wenn man sie nicht zu Zigarren im Long- filler-Format verarbeiten will, muss man sie also im Hinblick auf die weitere Verwendung in ein verwertbares Format schneiden. Dabei gibt es verschiedene Grundformen: Die klassischen Bänderformen („Ribbon Cut“), die gepressten Tabake und die Strangtabake. Für Pfeifenraucher gibt es dabei jeweils verschiedene Zubereitungen, die das Stopfen erleichtern können – oder auch erschweren.
Die Zusammenstellung der Schnittformen im Rahmen einer MixtureMixture Eine Zusammenstellung von Rohtabaken zu einer rauchfertigen Mischung. entscheidet ebenso über ihre Eigenschaften wie die Grundtabake.
„Ribbon“-Schnitte
Die „Ribbon“-Schnitte sind das, was man meistens in der Tabakdose findet. Der Tabak wird im Lauf der Verarbeitung in Streifen geschnitten. Je nach Verwendungszweck wird unterschiedlich breit geschnitten. Die Schnittbreite bestimmt dabei auch das Rauchverhalten: Je schmaler der Schnitt, desto mehr Oberfläche hat der Tabak, und desto schneller (und damit heißer) brennt er.
Feinschnitt

Feinschnitt hat eine Schnittbreite von zwischen 0,3 und 1 mm und wird üblicher Weise für Zigarettentabake verwendet. Für die heute sehr selten gewordenen Shag-Pfeifen ist ein guter, nicht in Chemie getränkter Feinschnitt der Tabak der Wahl. Feinschnitt-Tabake brennen aufgrund ihrer großen Oberfläche sehr schnell. Bei Zigaretten ist das durchaus erwünscht: Der Hersteller verspricht sich davon mehr Umsatz.
In einer Pfeife hingegen bedeutet der schnelle Abbrand eine hohe Temperatur und viel Kondensation, was beides nicht gut ist. Für eine kurze Pause ist aber eine Shag-Pfeife immer noch eine gute Alternative zur Zigarette – allerdings sollte man bereits etwas Erfahrung im Pfeife rauchen haben, bevor man sich an Feinschnitt heranwagt. Man braucht einiges an Disziplin und Geduld, um eine Shagpfeife wirklich zu genießen. Mit der entsprechenden Erfahrung kann man auch eine Shagpfeife eine halbe Stunde lang am Glühen halten.
Krüllschnitt

Der Krüllschnitt ist eine Schnittbreite von zwischen 1 und 2,25 mm. Im frühen 20. Jahrhundert war dies fast das einzige Schnittformat, das in Deutschland angeboten wurde, bis in den 1950er Jahren zunächst US- und dann dänische Importe andere Formen populär machten. Heute enthält die klassische Englische Mixture oft Tabake in diesem Format. Viele Holländische Mischungen bestehen ausschließlich aus einem sehr langfaserigen Krüllschnitt. Das Format ist für kleine und mittlere Pfeifengrößen geeignet.
Der Name der Schnittart geht auf die Methode zurück, den Tabak feucht zu schneiden und erst anschließend auf Verpackungsfeuchte zu trocknen, wodurch das Blattgut eine lockige Anmutung bekommt (krüllig, also kraus).
Tabak im Krüllschnitt läßt sich leicht stopfen und leicht anzünden. Eine gewisse Sorgfalt ist aber geboten, da man einen so feinen Tabak auch schon mal zu dicht stopfen kann und auch etwas öfter nachgestopft werden muss. Zusätzlich versteckt sich hier noch eine kleine Falle für den Anfänger. Wenn der Tabak anfängt zu glimmen, quillt er zunächst auf. Das kann bei einem Krüllschnitt dazu führen, dass eine ordentlich gestopfte Pfeife mit gutem Zugverhalten nach dem Anzünden urplötzlich „dicht“ ist. Da muss man dann entweder mit dem Pfeifenbesteck etwas nachhelfen, indem man die zugequollene Schicht etwas auflockert, oder abbrechen, die angekohlte Schicht entfernen, und dann gründlich auflockern oder neu stopfen.
Mittelschnitt
Der Mittelschnitt ist zwischen 2,25 und 3,5 mm breit. Er ist nicht ganz so empfindlich wie die feineren Schnittbreiten was das Stopfen und die Pflege angeht, und kann auch in großen Pfeifen leicht und kühl geraucht werden. Viele Mischungen enthalten als Basis einen Mittelschnitt, der mit verschiedenen anderen Schnittformen gemischt wird.
Die mittlere Schnittbreite ist für alle Pfeifen bis auf die allergrößten geeignet und in der Regel sehr unkompliziert in der Handhabung. Ein Überstopfen ist zwar möglich, aber auch leichter zu behandeln als beim Krüllschnitt, da man weniger Tabakpartikel bewegen muss um den Zug wieder herzustellen.
Grobschnitt

Grobschnitt ist alles, das über 3,5 mm breit ist. In der Regel ist das nichts für kleine Pfeifen – die extreme Breite der Tabakstücke kann eine sehr kleine Pfeife tatsächlich verstopfen. Ebenfalls aufgrund der Breite ist ein großer Grobschnitt oft fast quadratisch in der Erscheinung der einzelnen Stücke, weshalb er auch von einigen Herstellern gerne als „square cut“ oder „Quadratschnitt“ verkauft wird.
Grobschnitt brennt in der Regel recht langsam und kühl. Daher wird er in den bunteren Mischungen und vor allem bei aromatisierten Blends gerne einem Mittelschnitt beigemengt. Überstopfen kann man einen Grobschnitt fast nicht (obwohl ich es mit einiger Übung auch schon geschafft habe…), weswegen ein Anfänger vielleicht mit einem Grobschnitt in einer mittelgroßen Pfeife am besten beraten ist.
Gepresste Tabake
Tabake zu pressen hat historisch viele Gründe. Ein gepresster Tabak nimmt weniger Volumen ein und trocknet langsamer aus als loses Blattgut, was vielleicht ursprünglich die Hauptgründe gewesen sind. Außerdem kann er nicht so leicht vom Wind weggeweht werden. Die Bezeichnung „Navy Flake“ bzw. „Navy Cut“ weist bis heute darauf hin, dass die Britische Marine ihren Mannschaften gepresste Tabake als Ration ausgab.

Heute ist der wohl wichtigste Grund der Geschmack. Beim Pressen werden die in der Mischung enthaltenen Tabake sehr stark miteinander verbunden und miteinander fermentiert, was den Geschmack und das Aroma stark verbessern kann. Durch den Druck wird die natürliche Fermentation des Tabaks stark beschleunigt, er reift also erheblich schneller als durch lose Lagerung.
Grundsätzlich kann Tabak auf zwei verschiedene Arten gepresst werden: Als Platte oder als Strang. Einige Tabake kombinieren diese Methoden. Bei der Plattenpresse kann, je nach Anforderung, unter Hitze oder mit Dampf gearbeitet werden (oder mit beidem). Durch das Regeln der Temperatur kann der Tabakmeister unterschiedliche Eigenschaften herausarbeiten, indem er bestimmte Enzyme im Blattgut arbeiten läßt oder sie unterdrückt. Die Zugabe von Dampf stellt ein feuchtes Klima her, in dem viele Prozesse noch schneller stattfinden.
Bei Cavendish-Tabaken wird unter geringem Druck gearbeitet, um den Tabak schnell reifen zu lassen. Das Ergebnis ist ein sehr mildes und ausgewogenes Blattgut, das nach dem Pressen geschnitten und ausgerieben wird. Der Black Cavendish wird unter höherem Druck unter Dampf fermentiert. Perique ist ein Sonderfall des gepressten Tabaks, der im Kapitel über die Grundtabake beschrieben wird.
Bei allen gepressten Tabaken sollte man locker stopfen: Der Tabak neigt dazu, sich beim Abbrand stark aufzufächern und kann dadurch, wenn zu fest gestopft, die Pfeife unrauchbar machen. Also locker stopfen, auch wenn beim Anzünden die Luft nur so hindurch pfeift. Das ist in der Regel selbstkorrigierend.
Plug (Amerikanisch)

Im nordamerikanischen Raum unterscheidet man zwischen dem „Cake“ und dem Plug in seiner ursprünglichen Bedeutung. Hier ist der Cake das, was in Europa als Plug bezeichnet wird. Der Plug im amerikanischen Sinne ist dagegen ein Tabakprodukt, das ursprünglich zur Verwendung als Kautabak gedacht war, sich aber auch zum Rauchen eignet. Hier wird eine portionierte Menge Tabakblätter in eine Form gepresst, dann in ein oder mehrere besonders schöne Deckblätter eingewickelt und dann unter hohem Druck noch einmal in eine Form gepresst, oft mit einem integrierten Stempel für den Namen des Herstellers. Diese Form wurde auch in Großbritannien und Irland angeboten.
Solcher Plug wird meines Wissens nirgends mehr angeboten. Die Herstellung ist wegen der Umblätter mit recht viel Handarbeit verbunden, und daher teuer. Kautabak wird heute in bequemeren Formaten angeboten, und für die Raucher ist der Cake einfacher zu handhaben. Ein Vorteil des amerikanischen Plug wäre, dass der Tabak durch das Umwickeln mit ganzen Blättern länger feucht bleibt. Die heute üblichen Verpackungsmethoden (Folienbeutel bzw. Blechdose) machen diesen Vorteil aber wieder wett.
Plug (Europäisch) bzw. Cake (Amerikanisch)

Der Plug ist der Urzustand des gepressten Tabaks. Er ist ein kleines Stück der Tabak-Platte aus der Presse, das man sich dann selbst zurecht schnitzen muss. Das ist aufwändig, und für viele Raucher zu mühsam. Andere (so wie ich selbst) finden in dieser kleinen Zeremonie vor dem Stopfen der Pfeife eine Art Zen-Meditation, eine Ruhe und Konzentration auf den kommenden Genuss. Aber das ist vielleicht nicht Jedermanns Sache.
Einen Plug kann man gut zur weiteren Reifung einlagern – das geht auch mit anderen Schnittformen, der Plug wird aber schneller reifen als ein Krüllschnitt.
Den Plug schneidet man meistens in Scheiben (also in einen Flake), die man ausreiben kann oder wiederum in Würfelchen schneiden, also einen Cube. Beide Varianten brennen sehr langsam und meist kühl – es gibt Ausnahmen – und sind eher etwas für Fortgeschrittene. Andererseits sind die Eigenheiten der enthaltenen Grundtabake bei einem Plug wohl am besten von allen Schnittarten miteinander verbunden, weshalb man ein sehr harmonisches und ausgereiftes Raucherlebnis erwarten darf.
Zum Schneiden eignet sich ein scharfes Obstmesser oder ein sehr gut geschärftes Taschenmesser. Ich selbst bevorzuge ein kleines, billiges Küchenmesser aus Bandstahl.
Flake
Der Flake (oft auch Navy Cut genannt) ist ein in Scheiben geschnittener Plug, der sich, je nach Größe der Scheiben („Flakes“) unterschiedlich zur Verwendung eignet. Beim dänischen und englischen Standard-Format kann man eine einzelne Scheibe falten, verdrehen und stauchen, um sie dann im mittleren bis größeren Pfeifenkopf zu versenken. Die längeren Stränge, die man in größeren Dosen findet, können natürlich zurecht geschnitten werden, oder man reißt einfach eine ausreichende Menge für eine Pfeifenfüllung ab.
Viele dänische und englische „Standard“-Flakes sind heutzutage mit einem Klebstoff versehen, der sie sehr stabil macht, was das Falt-Stauch-Verfahren beim Stopfen erleichtert. Die Flakes ohne Kleber kann mann aber immer noch ähnlich behandeln, indem man die Scheiben etwas zurecht zupft und dann eine ausreichende Menge in die Pfeife hinein dreht – das funktioniert erstaunlich gut, gerade bei den etwas kürzer geschnittenen Flakes.
Der große Vorteil eines Flake gegenüber dem Plug ist die einfachere Handhabung – man braucht ihn nicht klein zu schneiden – und gegenüber dem Ribbon die längere Brenndauer und oft auch eine größere Aromen- und Geschmacksfülle. Nachdem er lange Jahre etwas vernachlässigt wurde, erlebt der Flake in letzter Zeit ein Comeback, insbesondere weil bei zwei großen Tabakproduzenten die aktuellen Tabakmeister große Fans dieser Schnittart sind. Dabei werden auch die Eigenschaften zum Teil revolutioniert: Während ein Flake früher praktisch nur ausgerieben werden konnte um dann als Ribbon gestopft zu werden, gibt es jetzt auch Flakes, die gefaltet und gestaucht praktisch “en bloc” in die Pfeife gesteckt werden können, was einen deutlich langsameren Abbrand und eine größere Geschmacksfülle bewirkt.
Cube

Ein „Cube“ entsteht, wenn man einen Flake quer zur Faser schneidet. Das ergibt grob würfelförmige Tabakpartikel, die sich sehr leicht stopfen lassen, aber meist schwer anzuzünden sind.
Einen Cube sollte man in den Pfeifenkopf hineinrieseln lassen, ohne jeden Druck, und dann vielleicht eine Prise davon zwischen Daumen und Zeigefinger ausreiben und darüber streuen, damit man die Pfeife gut anzünden kann. Wie alle gepressten Tabake neigt auch der Cube dazu, sich stark auszudehnen und sollte entsprechend Raum in der Pfeife haben – daher das „Stopfen“ ohne Druck.
Cubes brennen sehr langsam und sind gut geeignet, Aromastoffe zu bewahren. Das haben sich die Tabakhersteller zu Nutze gemacht um ein paar stark aromatisierte Tabake zu vermarkten, die für den Freund des Aromaten oft hervorragend sind. Eine recht neue Variante ist eine weitgehend naturbelassene Mischung mit hohem Perique-Anteil, die in Grobschnitt-formatigen Würfeln ohne Klebstoff daher kommt und entsprechend die extra-großen Pfeifenköpfe bevorzugt.
Broken Flake
Wie der Name bereits sagt ist der Broken Flake ein grob zerteilter Flake-Tabak, eine Form zwischen Flake und Ready-Rubbed. Meistens muss der Tabak noch etwas feiner zerrieben werden, damit man ihn vernünftig rauchen kann. Einige Broken Flakes sind allerdings auch noch geeignet, die Flake-Stückchen senkrecht in einem Pfeifenkopf zu versenken. Das entspricht dem Falten-und-Stauchen-Ansatz beim Flake und verspricht entsprechend einen langsamen Abbrand mit wenig Pflegeaufwand.

Ready-Rubbed
Ready-Rubbed ist ein zerriebener Flake, der bereits handlich genug ist, um ihn direkt in die Pfeife zu stopfen. Der Vorteil ist die einfache Handhabung; man muss den Tabak nicht weiter vorbereiten. Der Nachteil ist, dass ein Ready-Rubbed natürlich schneller austrocknet als ein Plug oder Flake. Die meisten Ready-Rubbed-Tabake (und die, die einen Ready-Rubbed als Hauptbestandteil enthalten) sind sehr einfach in der Handhabung und problemlos im Abbrand, wohl einer der Gründe für die lang anhaltende gute Marktstellung eines bekannten dänischen Pfeifentabak-Herstellers. Der Ready-Rubbed hat normaler Weise einen recht breit geschnittenen Flake als Grundlage. Da er ja nicht weiter zerteilt werden muss sorgt das für einen langsameren Abbrand.
Honeydew
Honeydew („Honigtau“) wird heutzutage als Bezeichnung für einen fein und gleichmäßig ausgeriebenen Ready-Rubbed benutzt. Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hingegen war es ein extrem fein geschnittener Flake, in der Schnittbreite eigentlich ein Feinschnitt und daher auch nur für sehr kleine Pfeifen zu empfehlen. Diese Form wird heute aber meines Wissens nicht mehr hergestellt.
Crumble Cake/Krumble Kake

Ein Crumble Cake ist in Europa etwas recht neues, in Nordamerika aber schon länger im Sortiment. Er entsteht, wenn man eine fertige Mixture im Ribbon-Schnitt in die Tabakpresse tut, bis sich die Streifen so weit miteinander verkleben, dass man zusammenhängende Stücke daraus schneiden kann. Einige Hersteller helfen mit Klebstoffen nach, damit der Klumpen nicht schon in der Packung anfängt zu bröseln. Der Grundgedanke ist der, die Vorteile des Plug (kompakt, hält Feuchte, gut durchfermentiert) mit denen eines Ribbon zu verbinden (kann direkt gestopft werden, keine Hilfsmittel nötig) und dabei den Tabak gleich noch etwas nachreifen zu lassen.
Ein Tabakmeister, der einen seiner Rohtabake nur in schon geschnittener Form bekommen kann, kann auf diesem Weg trotzdem noch einen ordentlich gepressten Tabak produzieren oder eine geeignete, fertige Mischung noch mit einem letzten i-Tüpfelchen versehen. Der Raucher hingeben bekommt im Prinzip die Qualität eines Plug mit der Bequemlichkeit eines Krüllschnitts und kann einfach die benötigte Menge vom Tabakklumpen herunterbröseln – daher auch der Name Crumble Cake, wörtlich Bröselkuchen.
Strangtabak
Strangtabake sind Tabakblätter, die zu einem Strang versponnen worden sind. Und ich als Autor dieses Abschnitts kann mir lebhaft vorstellen, wie sich jetzt mehrere Leser gleichzeitig die Hand an die Stirn klatschen und nicht glauben können, dass ich diese fundamentale Aussage gemacht habe.
Der Beruf des Tabakspinners ist heute fast ausgestorben. Während der Industriellen Revolution war er ein angesehenes Handwerk. Bei den wenigen Tabakherstellern, die noch Strangtabak produzieren, ist dies Teil der Aufgaben des Tabakmeisters bzw. seines Teams und kein eigenständiger Beruf mehr. Strangtabak wurde auf Schiffen und in Bergwerken als Kautabak konsumiert, wo man ja nicht mit offener Glut oder Flamme arbeiten darf. Schmale Stränge waren als Kautabak vorgesehen und sind in ihrem Nikotingehalt oft in der Kategorie „Extrem Heftig“ anzusiedeln. Es gibt immer noch ein paar wenige Anbieter von Strangtabak als Kautabak. Nur noch sehr wenige Hersteller produzieren Tabakstänge primär zum Rauchen.
Rope

Ein Rope („Tau“ bzw. „Seil“) ist ein Stück vom gesponnenen Tabakstrang. Man unterscheidet dabei unterschiedliche Durchmesser vom Pfeifenputzer-formatigen Kautabak über Füllfederhalterstarke Stränge, die sich zum Kauen wie zum Rauchen eignen, bis zu den „großen“ Ropes, die eher zum Rauchen gedacht sind und die Grundlage von klassischen Curly Cuts darstellen.
Dabei sind die Ropes, die von den großen Tabakherstellern für ihre Curlies hergestellt werden, nicht am Stück erhältlich und sind eher mild gehalten. Die zum Verkauf als Strang bestimmten sind oft stark genug um beim nicht daran gewöhnten Raucher einen Schluckauf auszulösen.
Die Vorbereitung eines Rope zum Rauchen kann etwas Anspruchsvoll sein. Zum Einen sollte der Strang ausreichend feucht sein um sauber geschnitten werden zu können, zum Anderen ist das dann oft zu feucht um sauber zu brennen. Daher sollte man den Strang am Stück durchaus vor Austrocknung schützen, aber nachdem man genug für eine Pfeifenfüllung abgeschnitten hat, sollte das Rauchgut ausreichend Zeit zum Trocknen bekommen, bevor es in die Pfeife gestopft wird. Das kann bei bestimmten Ropes schon mal eine gute Stunde dauern; diese Geduld sollte man mitbringen. Für mich selbst ist, ähnlich wie beim Cube, die Vorbereitung ein Bisschen Meditation vor dem Genuss.
Curly Cut
Der Curly Cut ist im Verhältnis zum Rope das, was für einen Plug der Flake ist: Die Grundform in Scheiben geschnitten. Verschiedene Hersteller bieten Curly Cuts an. Nicht alle dieser Curlies sind tatsächlich das Produkt eines Spinnvorgangs: Einige entstehen eher wie eine Zigarre durch das Zusammenrollen mehrerer Schichten der Rohtabake und anschließendes Pressen. Das entspricht dem Verfahren, mit dem seit dem 17. Jahrhundert Seeleute ihren im Zollhafen gekauften Tabakblätter rauchfertig gemacht haben. Dazu wurde der trockene Tabak angefeuchtet – gerne mit einem Teil der Rumration – und auf einen Streifen Segeltuch gelegt. Das Tuch wurde dann zusammengerollt, so dass der Tabak dabei zu einem etwa daumendicken Strang geformt wurde. Das Tuch wurde dann mit einem dünnen Tau umwickelt und fest zusammengebunden. Nach einigen Tagen hatte der Tabak eine längliche Zigarrenform angenommen, die im englischen Seemannsjargon „carrotte“ genannt wurde – das kann entweder auf die Form zurückgeführt werden (wie eine längliche Karotte), oder verballhornt von „garotte,“ einer Würgeschlinge. Zum Genießen wurden dann entweder Stücke abgeschnitten und gekaut, oder feine Scheiben herunter geschnitten und in die Pfeife gestopft.
Eine neuere Form entsteht aus einer dünnen Flakeplatte, die zu einer Roulade zusammengerollt wurde. Das kann mit oder ohne eine Füllung geschehen, so dass man gleichförmige Curlies bekommt, oder welche mit einem anders gefärbten Kern. Die „Rouladen-Curlies“ haben völlig andere Eigenschaften; meistens kommen sie als sehr große Scheiben in sehr dünner Schnittbreite daher. Ausgerieben passen sie hervorragend in kleinere Pfeifen; gefaltet leidet der Abbrand zwar merklich, brennt aber in einer großen Pfeife sehr langsam und kühl.
Andere Schnittbezeichnungen
Mixture
Bei den meisten Herstellern ist ein „Mixture-Schnitt“ nichts anderes als ein kurzfaseriger Krüllschnitt.
Wild Cut
Ein Wild Cut ist nicht ein einzelner Schnitt, sondern eine Mischung von verschiedenen Schnittarten. Das kann von einer Mischung von Krüll- und Mittelschnitt oder Grobschnitt bis zu einem bunten Gemenge mit Streifenschnitten, Flakestückchen und Curlies gehen. Die Vorteile und Nachteile sind dementsprechend stark abhängig vom Einzelfall. Eine Mischung von Ready Rubbed mit Mittel- und Grobschnitten ist die wahrscheinlich am einfachsten zu stopfende Aufbereitungsform von Pfeifentabak und daher für den Einsteiger zu empfehlen.
[hier bitte Fantasiebezeichnung einfügen]-Cut
Auf den Packungen und im Werbematerial vieler Mischungen findet man Bezeichnungen für den Schnitt, die schlicht Produkte der Fantasie der Werbeagenturen sind: Da rühmte sich ein Hersteller mit einem „Kiowa-Cut“. Was ein „Kiowa-Cut“ nun sein soll, entzieht sich meiner Kenntnis, es sei denn, dass im Gewerbegebiet Roggenhorst in Lübeck tatsächlich ein Kiowa-Indianer die Tabakschneidemaschine bediente. Das ist nicht vollständig auszuschließen, die Wahrscheinlichkeit dafür halte ich aber für eher gering. In der Packung jedenfalls ist ein ganz banaler Grobschnitt. Der normale Tabak-Kunde ist aber nach Lesen der Packungsbeschreibung verwirrt und verunsichert, und nicht etwa informiert.
Ich könnte hier jetzt eine lange Liste von irreführenden bis blödsinnigen Bezeichnungen für Tabak-Schnittformen anführen, die sich auf im Handel erhältlichen Verpackungen finden. Ich fürchte aber, mich dabei in einen Hass auf die Marketing-Strategen hinein zu steigern, die sich diesen Unsinn ausdenken – diese Bezeichnungen sollen dem Konsumenten den Tabak eben als etwas Besonderes anpreisen, obwohl er absolut nichts Besonderes ist. Einige Juwelen der blödsinnigen Bezeichnungen möchte ich aber anführen.
- „Pebble Cut“ – in der Dose ist ein Krüllschnitt mit Ready Rubbed-Anteilen
- „Granulated“ – es war ein einfacher Grobschnitt
- „Tabak-Trüffel“ – ein Cube.

