Oder: Vorne rein, hinten raus
Die Pfeife ist das Rauchgerät der Wahl. Egal aus welchem Material und mit welchem Tabak man sie raucht, sollte man sie pfleglich behandeln, wenn man lange Freude an ihr haben will. Mit etwas gutem Willen ist das weder aufwändig noch kompliziert, und es gibt für viele Dinge mehrere Herangehensweisen. In diesem Kapitel breite ich aus, wie ich selbst versuche, meine Pfeifen zu pflegen. Wenn für den einen oder anderen Vorgang andere Methoden für den Leser besser funktionieren, möge er sie beibehalten.
Das Kapitel ist als technische Bedienungsanleitung aufgebaut, in der Hoffnung, damit dem Neuling das größtmögliche Maß an Hilfe zu bieten.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Verwendungszweck
- 2. Allgemeine Verwendungshinweise
- 3. Aufbau
- 4. Generelle Bedienung
- 5. Inbetriebnahme
- 6. Rauchen
- 7 Pflege und Aufbewahrung
1. Verwendungszweck
Die Tabakspfeife dient zum Rauchen von Pfeifentabak. Die besondere Ausführung der Shagpfeife ist geeignet, Feinschnitt zu rauchen, wie er auch zum Selberdrehen von Zigaretten angeboten wird. Für andere Rauchmaterialien als Tabak sind die meisten Tabakspfeifen nicht gut geeignet, und es gibt spezialisierte Geräte für diese Anwendungen.
2. Allgemeine Verwendungshinweise
2.1 Gesetzliche Einschränkungen
Der Gebrauch von Tabak ist in den meisten Ländern gesetzlich eingeschränkt. Die jeweiligen örtlichen Einschränkungen können hier nicht vollständig aufgeführt werden. Es ist Teil der Sorgfaltspflicht jedes Einzelnen, sich über die geltenden Bestimmungen zu informieren und diese einzuhalten.
2.3 Warnhinweise
![]() | Rauchen ist gesundheitsschädlich. Es erhöht nachgewiesenermaßen das Risiko verschiedener Krebserkrankungen, von Asthma und weiteren Atemwegserkrankungen. |
![]() | Der unsachgemäße Umgang mit Zündmitteln und Brennstoffen aller Art ist gefährlich und kann zu Verbrennungen oder Bränden führen. Es ist grundsätzlich auf eine sichere Handhabung in einer nicht brandgefährdeten Umgebung zu achten. |
![]() | Das Berühren von glühenden Gegenständen, z. B. Tabakglut, kann zu Verbrennungen führen. |
![]() | Das Berühren von heißen Gegenständen, z. B. von Tabakspfeifen mit heißen Außenflächen, kann zu Verbrennungen führen. Eine heiße Pfeife ist entsprechend vorsichtig zu handhaben. |
2.3 Generelle Pflegehinweise
Wie alle Gebrauchsgegenstände, die keine Verbrauchsartikel sind, sollte die Pfeife pfleglich behandelt werden und keiner unnötigen Krafteinwirkung (werfen, herunterfallen lassen, biegen usw.) ausgesetzt werden, um eine Beschädigung zu vermeiden. Insbesondere harte, raue Oberflächen sollten beim Ablegen der Pfeife vermieden werden. Bei Kontakt mit Flüssigkeiten sollten diese schnellstmöglich entfernt werden, mit Ausnahme von speziell dafür vorgesehenen Pflegemitteln. Die Anwendungsanleitungen von Pflegemitteln sind unbedingt einzuhalten1.
3. Aufbau
3.1 Holzpfeife, Meerschaumpfeife, Maiskolbenpfeife
Die typische Holz- oder Meerschaumpfeife besteht aus einem Kopf und einem abnehmbaren Mundstück. Je nach Ausführung können diese Stücke wiederum aus mehreren Bauteilen bestehen.
3.1.1 Kopf
Der Kopf einer Holzpfeife kann aus einem Stück bestehen. Er umfaßt die Tabakkammer und den Holm. Die Tabakkammer nimmt den Tabak auf und dient als Brennraum für das verglimmen des Blattguts. Der Holm bildet einen Teil des Rauchkanals, der vom Zugloch in der Tabakkammer zum Anschluss des Mundstücks führt. Am mundstückseitigen Ende des Holms befindet sich die Zapfenbohrung, in die der Mundstückszapfen eingedreht wird.
Je nach Ausführung kann das Ende des Holms mit einem Kunststoff- oder Metallbeschlag versehen sein, der ein Spalten des Holzes durch den Druck des Mundstückszapfens verhindert. Bei Stecker-Mundstücken wird dieser Beschlag aufgrund seiner üblichen Form als Olive bezeichnet.
3.1.2 Mundstück
Das Mundstück umfasst das Ende des Rauchkanals, der vom Mundstückszapfen zum Biss des Mundstücks führt. Das Mundstück wird mit dem Zapfen in den Holm des Pfeifenkopfs eingedreht. Im einfachsten Fall besteht das Mundstück aus einem einzigen Teil, das entweder aus Vollmaterial herausgearbeitet ist oder in fertiger Form gegossen wurde. Je nach Ausführung kann das Mundstück auch aus mehreren Teilen bestehen, mit einem eingeleimten Zapfen und ggf. Zierringen aus Metall, Holz oder Kunststoff.
Bei Filterpfeifen enthält der Zapfen die Filterbohrung, in die der Filter eingesetzt wird. Die üblichen Maße für Filter sind 6 mm, 9 mm und 10 mm. Es sollte ein für die Filterbohrung passender Filter eingesetzt werden.
3.2 Tonpfeife
Eine Tonpfeife ist üblicherweise aus einem Stück gefertigt. Kopf und Holm bilden eine Einheit, mit heute seltenen Ausnahmen, die sich wie eine Holzpfeife aus Kopf und Mundstück zusammensetzen.
3.3 Kalabaschpfeife
Die Kalabaschpfeife besteht aus einer Hülle, einem Einsatz und dem Mundstück. Die Hülle ist aus einer Kürbissorte gefertigt, die der Pfeife den Namen gibt: Der Kalebasse. Der Einsatz formt die Tabakkammer und ist in das weitere Ende der Hülle eingesetzt. Heute besteht der Einsatz fast immer aus Meerschaum, früher wurden aber auch Einsätze aus Ton oder Porzellan benutzt. Das Mundstück ist mit einem Gewinde am schmalen Ende der Hülle befestigt und war früher oft aus Bernstein gefertigt. Heute findet man Acryl- und Ebonitmundstücke.
3.4 Systempfeifen
Sogenannte Systempfeifen können unterschiedlichste Formen und Konstruktionen haben. Alle Varianten zu beschreiben würde hier zu weit führen, weshalb hier nur der Grundaufbau der gängigsten Systeme beschrieben wird.
Der häufigste Aufbau besteht aus einem Basisteil und einem auswechselbaren Kopf. Das Basisteil besteht üblicherweise aus einem Metall- oder Kunststoffschaft mit einer Aufnahme für den Kopf sowie einem Bissstück bzw. Mundstück, das fest mit dem Basisteil verbunden ist und nicht abnehmbar oder austauschbar ist. Der Kopf besteht meistens aus Bruyèreholz und wird mit einem eingefrästen Gewinde am Basisteil befestigt.
3.5 Gesteckpfeife
Gesteckpfeifen bestehen aus dem Kopf, dem Ausguss, dem Rohr und dem Beißer. Kopf wie Ausguss bestehen üblicherweise aus Porzellan und sind über einen Anschliff oder eine Korkmanschette miteinander verbunden. Das Rohr besteht meistens aus Holz und ist über eine Korkmanschette in den Ausguss eingesteckt. Der Beißer ist das Mundstück und besteht aus Horn oder Acryl. Die einzelnen Teile sind üblicherweise mittels Kordeln oder Ketten gegeneinander gesichert, um ein Herunterfallen zu verhindern für den Fall, dass sich ein Teil aus seiner Steckverbindung löst.
4. Generelle Bedienung
4.1 Auseinandernehmen und Zusammensetzen
Beim Auseinandernehmen der Pfeife, also dem Zerlegen in Mundstück und Kopf, sollte das Mundstück unter leichtem Zug entweder konstant in eine Richtung oder wechselweise nach rechts und links gedreht werden (Ill. 4.1). Dadurch wird verhindert, dass Unebenheiten in der Zapfenbohrung des Pfeifenholms passende Riefen in den Mundstückszapfen schleifen können, wodurch der Sitz des Mundstücks im Laufe der Zeit locker wird und die Pfeife beim Rauchen ohne Vorwarnung auseinanderfallen kann.
Bei Pfeifen mit Schraubverbindungen ist darauf zu achten, dass das Gewinde nicht verkantet wird. Ist zum Einschrauben eine große Kraft nötig, ist der Vorgang abzubrechen, das Mundstück soweit nötig wieder heraus zu schrauben und das Gewinde auf Gängigkeit zu überprüfen.
4.2 Filter Einsetzen
Bei Filterpfeifen sollte vor dem Rauchen ein passender Filter eingesetzt werden, also ein Filter, der dem Durchmesser der Filterbohrung im Mundstück entspricht. Um effektiv zu arbeiten, sollte der Filter fest sitzen, damit möglichst wenig Rauch am Filter vorbei strömen kann. Viele moderne Pfeifen haben zu diesem Zweck einen Konus am Ende der Filterbohrung.
5. Inbetriebnahme
Eine neue, unbehandelte Holz- oder Maiskolbenpfeife muss zunächst eingeraucht werden, um zu verhindern, dass das Material der Tabakkammer übermäßig verkohlt und dadurch ggf. ein Lochbrand entsteht. Die Vorbehandlung kann durch Einrauchen (Abschnitt 5.1) oder durch andere Methoden (Abschnitt 5.2) erfolgen. Viele Holzpfeifen sind mit einer Einrauchpaste vorbehandelt, die das Einrauchen ersetzen soll. Man kann leider nicht davon ausgehen, dass alle Einrauchpasten gleich sind, weshalb auch Pfeifen mit Einrauchpaste bei den ersten Benutzungen vorsichtig geraucht werden sollten. Neue Pfeifen aus nicht brennbaren Materialien, also z. B. Meerschaum, Ton oder Porzellan, brauchen nicht vorbehandelt werden.
5.1 Einrauchen
Durch das Einrauchen einer Pfeife wird in der Tabakkammer eine dünne Schicht Kohlenstoff angelagert, die ein übermäßiges Verkohlen des Materials der Pfeife verhindert. Es gibt verschiedene Methoden des Einrauchens, die alle mehr oder minder zum selben Ergebnis führen. Es ist also wahlfrei, welche Methode man benutzt. Alle Methoden beinhalten als Vorgang das Rauchen der Pfeife. Dies ist in Abschnitt 6 beschrieben.
Bei allen Methoden zum Einrauchen sollte man einen Tabak wählen, der sich beim Rauchen ohne großen Aufwand kühl halten läßt. Hoch aromatisierte Mischungen und stark gepreßte Tabake sind daher nicht gut geeignet, ebenso sehr süße Tabake, die aufgrund ihres Zuckergehalts sehr heiß brennen. Eine allgemeine Empfehlung ist praktisch nicht möglich, da die Verfügbarkeit von Tabakmischungen von Ort zu Ort unterschiedlich ist.
Grob gefasst sollten die meisten Englischen Mixtures zum Einrauchen geeignet sein. Einige Quellen empfehlen einen Burley-basierten Tabak.
5.1.1 Vorsichtiges Rauchen am Anfang
Wie die Unterüberschrift bereits sagt, ist die unkomplizierteste Methode einfach nur das sehr vorsichtige Rauchen einer neuen Pfeife, bis sich eine ausreichende Kohleschicht an der Innenseite der Tabakkammer gebildet hat. Empfehlungen dafür sind unterschiedlich – einige Quellen meinen, dass bis zu 50 Rauchvorgänge nötig seien. Nach meiner persönlichen Erfahrung sollten 15 bis 20 Rauchvorgänge mehr als ausreichend sein.
5.1.2 Fraktionales Einrauchen
Beim fraktionalen Einrauchen wird die Pfeife bei den ersten Rauchvorgängen nur teilweise gestopft, bei den ersten Malen ca. 1/3 voll, dann bei den nächsten Rauchvorgängen jedes Mal ein wenig voller, bis nach 10–15 Rauchvorgängen eine ganze Füllung geraucht wird. Für die nächsten 5–10 Rauchvorgänge sollte noch etwas vorsichtig geraucht werden, dann ist die Pfeife eingeraucht.
5.2 Mechanische Beschichtungsverfahren
Anstelle des oben beschriebenen Einrauchens kann die Tabakkammer einer Pfeife auch mechanisch mit einer Schutzschicht versehen werden. Die gängigsten Varianten werden zusammenfassend als „Einrauchpaste“ bezeichnet.
5.2.1 Flüssigkeiten
Bei einer Beschichtung mit Flüssigkeiten liegt kein rein mechanisches Beschichtungsverfahren vor, sondern ein Hybridverfahren, bei dem die Beschichtung das reguläre Einrauchen unterstützt. Die verwendete Flüssigkeit soll dabei den Einrauchprozess nicht ersetzen, sondern erleichtern. Die Tabakkammer der Pfeife wird vor dem Rauchen mit einer dünnen Schicht einer geeigneten Flüssigkeit benetzt.
5.2.1.1 Wasser
Bein Einrauchen mit Wasser wird die Tabakkammer mit Wasser angefeuchtet. Dazu kann man einen passenden Finger oder einen Pfeifenputzer in Wasser tauchen und damit die Innenfläche der Pfeife benetzen. Danach wird die Pfeife normal gestopft und geraucht. Beim Rauchen verdampft das Wasser und kühlt dadurch das Material des Pfeifenkopfs. Dadurch wird ein Verkohlen des Materials verhindert. Es sollte auf eine gute und gleichmäßige Benetzung der Tabakkammer geachtet werden. Es darf kein Wasser im Pfeifenkopf stehen oder an der Wandung herunterrinnen.
5.2.1.2 Zuckerlösung
Beim Einrauchen mit einer Zuckerlösung wird die Kühlwirkung des Wassers mit der ThermolyseThermolyse Die Zersetzung eines Stoffs durch die Einwirkung von Hitze. des Zuckers kombiniert. Das Wasser kühlt wie oben beschrieben die Wandung der Tabakkammer ab, während der Zucker beim Rauchen zu Kohlenstoff zersetzt wird und sich an der Wandung anlagert. Nachteilig ist, dass der Zucker den Geschmack des Tabaks verfälschen kann und die Kondensatmenge erhöht.
Die Zuckerlösung wird für diese Methode recht dünn angemischt, um eine gute Benetzung der Tabakkammer zu gewährleisten.
5.2.1.3 Zuckersirup bzw. Honig
Eine Beschichtung mit Zuckersirup oder Honig soll den Einrauchvorgang verkürzen, indem der enthaltene Zucker an der Wandung der Tabakkammer verkohlt und sich dort ansetzt. Wie bei Wasser oder Zuckerlösung wird eine dünne Schicht aufgetragen, dann die Pfeife normal gestopft und geraucht.
Nachteilig ist hier wie bei der Zuckerlösung, dass der Geschmack des Tabaks verfälscht wird. Aufgrund der großen Menge an Zucker kann auch die Glimmtemperatur erhöht werden, was den gewünschten Effekt des Herunterkühlens aufhebt.
5.3.2 Mineralische Einrauchpaste
Eine nicht-verkohlende Einrauchpaste besteht meist aus Wasserglas mit Füllstoffen. Eine solche Paste kann man sich selbst anmischen, indem man eine kleine Menge Kaliwasserglaslösung mit Ruß, Holzkohlemehl oder Graphit verrührt, so dass eine sehr dickflüssige Paste entsteht. Diese wird dünn auf die Innenwand der Tabakkammer aufgestrichen und gründlich getrocknet. Die so entstandene Beschichtung enthält ausreichend organisches Material (Kohlenstoff-Verbindungen) dass sich eine durch das Rauchen entstandene Kohleschicht fest anlagern kann, und ausreichend Mineralstoff (Kieselsäure), dass das Material des Pfeifenkopfs vor dem Verkohlen geschützt ist. Die Beschichtung ist geschmacksneutral und enthält keine Schadstoffe.
Dieselbe Paste kann übrigens auch benutzt werden, um einen drohenden Lochbrand in der Tabakkammer zu behandeln.
6. Rauchen
6.1 Vorbereitung
Die zu rauchende Pfeife muss mechanisch intakt sein und sollte außen wie innen trocken und sauber sein. Bei einer Filterpfeife sollte ein Filter eingesetzt werden. Sinnvoll ist das Bereitlegen bzw. Bereithalten von Zündmittel, Stopfer und Putzer.
6.1.1 Stopfen
Zum Stopfen eines gängigen, losen Tabaks zunächst die Tabakkammer lose mit Blattgut füllen. Dazu den Tabak einfach in die Pfeife rieseln lassen bzw. ohne Druck hineinführen. Ist die Tabakkammer auf diese Weise gefüllt, mit einem passenden Finger mit einer drehenden Bewegung stopfen, bis ein federnder Widerstand zu spüren ist. Die Tabakkammer wieder bis zum Rand lose füllen, wieder drehend nachstopfen. Diesen Vorgang so lange wiederholen, bis die Tabakkammer bis knapp unter die Öffnung gefüllt ist. Abstehende oder überstehende Tabakteile abrupfen und die Oberfläche der Tabakfüllung mit dem Finger oder Daumen etwas glätten.
Es ist zu beachten, dass kein zu starker Druck ausgeübt wird, damit ein guter Zug gewährleistet ist. Dies erfordert etwas Übung und ist dazu noch abhängig von Schnittbreite, Aufbereitungsform und Feuchtegehalt des Tabaks, weswegen hier keine exakten Angaben über Druckstärke und Füllmengen gemacht werden können. Besonderheiten beim Stopfen von anderen Schnittformen als losem Blatt sind im Kapitel über die Schnittformen von Pfeifentabak in den jeweiligen Abschnitten zu finden. [Direktlinks Flake, Plug, ???]
6.1.2 Zug prüfen
Das Mundstück in den Mund nehmen und sachte Luft durch die Pfeife ziehen. Der Zugwiderstand sollte merkbar höher sein als bei einer leeren Pfeife, aber nicht so stark, dass das Ziehen erhöhte Kraft erfordert.
Im Fall eines zu niedrigen Zugwiderstands kann noch etwas Tabak nachgestopft oder der Tabak in der Tabakkammer etwas weiter zusammengedrückt werden, bis der gewünschte Zug erreicht ist.
Im Fall eines zu starken Zugwiderstands sollte die Pfeife vollständig entleert und erneut gestopft werden.
6.4 Anzünden
Stopfer, fertig gestopfte Pfeife und Zündmittel bereit halten. Bei Zündhölzern eine geeignete Ablage für die abgebrannten Hölzer bereit haben (z. B. Aschenbecher).
Das Bissende des Mundstücks der fertig gestopften Pfeife in den Mund nehmen. Man kann die meisten Pfeifen mit den Zähnen festhalten, so dass man beide Hände für das Anzünden frei hat. Man kann die Pfeife auch in einer Hand halten (siehe Videos). Das erfordert dann etwas mehr Fingerfertigkeit.
6.4.1 Zündholz
Das Zündholz anreißen. Die Zündmasse vollständig verbrennen lassen, dabei das Zündholz mit dem Zündkopf nach unten halten, um die Flamme am Zündholz entlang zu führen. Das brennende Zündholz mit einem geringen Abstand waagerecht über den Tabak führen. Dabei gleichmäßig durch die Pfeife Luft einziehen.
Ist das Zündholz weitgehend abgebrannt, wird es ausgeblasen oder ausgeschüttelt und auf einer feuerfesten Unterlage abgelegt.

Ein noch glühendes Zündholz kann leicht brennbare Materialien in Brand setzen und auch selbst wieder entflammen und so einen Brand auslösen. Abgebrannte Zündhölzer immer in einem feuerfesten Behälter ablegen!
6.4.2 Feuerzeug
Das Feuerzeug entzünden. Die Flamme so flach wie möglich über den Tabak führen, dabei gleichmäßig durch die Pfeife Luft einziehen.
6.4.3 Bei allen Zündmitteln
Während des ersten Anzündens ggf. stärker ziehen als während des normalen Rauchens, um die Flamme stärker auf den Tabak zu leiten. Die Flamme möglichst gleichmäßig über die ganze Fläche des Tabaks leiten.
In den meisten Fällen werden sich Tabakfasern aufrichten und können dabei Glut mitnehmen. Die sich aufrichtenden Fasern werden sofort sanft mit dem Pfeifenstopfer heruntergeschoben und die Oberfläche der Tabakfüllung wieder geglättet.

Die glühenden Partikel können leicht herunterfallen und dabei Verbrennungen an Haut, Bekleidung, Möbeln usw. verursachen. Ebenso kann lose Glut einen Brand auslösen, wenn sie in Berührung mit leicht entzündlichen Materialien kommt.
Manchmal reicht der erste Zündvorgang bereits aus, um eine gleichmäßige, vollflächige Glut in der Pfeife zu erzeugen. Meistens ist jedoch nach dem Herunterdrücken der aufgestandenen Tabakpartikel ein weiterer Zündvorgang notwendig, manchmal auch ein Dritter. Diese Zündvorgänge so durchführen wie auch den ersten, bis der Tabak gleichmäßig glimmt.
6.5 Während des Rauchens
6.5.1 Ziehen
Nach dem Anzünden sollte sachte Luft durch die Pfeife eingesogen werden. Dies geschieht, indem die Mundmuskulatur benutzt wird, und keinesfalls über Lungenatmung. Der eingesogene Rauch wird nicht inhaliert, sondern vor dem nächsten Zug durch den Mund oder die Nase ausgestoßen.

Das Inhalieren von Tabakrauch erhöht nachweislich das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, kann Asthmaanfälle auslösen und vorhandene Lungenleiden stark erschweren. Bei Pfeifenrauch ist auch zu bedenken, dass der Rauch einer Pfeifenfüllung in etwa die gleiche Menge an Nikotin enthält wie eine ganze Packung Zigaretten, weshalb es beim Inhalieren auch zu einer Nikotinvergiftung kommen kann.
Das richtige Ziehen erfordert etwas Übung und läßt sich nur ungenügend beschreiben. Das Ziel ist es, den Tabak am Glimmen zu halten, ohne die Glut übermäßig heiß werden zu lassen. Dadurch können die Geschmacksstoffe des Tabaks bzw. der Aromatisierung zerstört werden sowie im Extremfall die Pfeife ernsthaft beschädigt.
Während des Rauchens ist gelegentliche Pflege nötig, um ein gleichmäßiges Glimmen des Tabaks zu fördern und eine Beschädigung der Pfeife zu verhindern.
6.5.2 Nachstopfen
Wenn der Zug zu leicht wird oder der Rauch merklich warm wird, sollte nachgestopft werden. Dazu werden die lockere Asche und die darunter befindlichen aufgestandenen Tabakfasern leicht zusammengestupft, bis der Zug wieder den gewünschten Widerstand hat. Dazu wird ein Pfeifenstopfer von oben in die Tabakkammer der Pfeife geführt, sanft auf die Oberfläche der Asche gedrückt und ggf. auch etwas kräftiger über die Oberfläche gezogen, um einen einseitigen Abbrand auszugleichen. Es ist zu vermeiden, zu stark zu drücken, da dadurch der Zug zu schwer werden und die Pfeifenfüllung unrauchbar werden kann.

Nicht zu stark zu drücken, da dadurch der Zug zu schwer und die Pfeifenfüllung unrauchbar werden kann.
Bei einem ernsthaften „Schiefbrand“, wenn also der Tabak auf einer Seite der Tabakkammer deutlich schneller herunterbrennt als auf der anderen, sollte mit dem Stopfer und ggf. dem Räumdorn der unverbrannte Tabak über die Glut gezogen werden, bis die Oberfläche wieder glatt ist. Dann ggf. sachte nachdrücken, bis der Zug wieder stimmt. Durch das Umverteilen wird der Luftzug durch die Pfeifenfüllung gleichmäßiger, was dazu führt, dass sich die Glut wieder über die ganze Oberfläche ausbreiten kann.
6.5.3 Trocken halten
Aufgrund der verwendeten Materialien in modernen Pfeifen bildet sich beim Rauchen im Rauchkanal eine gewisse Menge an Kondensat, bestehend aus Kondenswasser und Verbrennungsprodukten des Tabaks. Beim Einsaugen in den Mund können insbesondere die Verbrennungsprodukte (der so genannte „Teer“) zu Hautbrennen und zum vorübergehenden, teilweisen Verlust des Geschmackssinns führen. Ein Aufbau von Kondensat im Rauchkanal macht sich meistens durch einen ungleichmäßigen Zug bemerkbar.
Um ein Einsaugen des Kondensats zu vermeiden, wird ein Pfeifenputzer, schmales Ende voraus, in das Mundstück eingeführt und sachte weiter geschoben, bis er den Filter erreicht bzw. bei filterlosen Pfeifen kurz vor der Tabakkammer angekommen ist. Der Putzer kann normalerweise später noch zum Reinigen der Pfeife nach dem Rauchen verwendet werden.
6.5.4 Beenden des Rauchvorgangs
Wenn die Pfeife ausgeht, ist zu überprüfen ob noch unverbrannter Tabak in der Tabakkammer ist. Das kann durch einen schnellen Blick auf den Füllstand geschehen – wenn die Pfeife noch halb voll ist, dürfte noch Tabak drin sein. Sonst mit dem Räumdorn vorsichtig nachfühlen. In diesem Falle sollte die Pfeife wieder angezündet und zu Ende geraucht werden.
Ist nur noch sehr wenig bzw. kein unverbrannter Tabak mehr vorhanden, sollte mit dem Löffel des Pfeifenbestecks einmal gründlich umgeschichtet werden. Dadurch wird feuchter Resttabak von der Wandung der Tabakkammer entfernt und die trockene Asche kann einen Teil der Restfeuchte im Pfeifenkopf aufnehmen. Pfeife beiseite legen und auskühlen lassen.
Bei einigen Tabakmischungen (insbesondere bei stark aromatisierten Tabaken) kann es sinnvoll sein, nicht bis zum letzten Krümel zu rauchen und einen Rest Tabak in der Rauchkammer zu belassen, da dieser am Ende des Rauchvorgangs eine große Menge an Verbrennungsprodukten der Aromastoffe aufgenommen hat. Diese Verbrennungsprodukte erzeugen beim weiteren Abbrennen einen bitteren, teerigen Geschmack, der den meisten Rauchern unangenehm ist.
7 Pflege und Aufbewahrung
Um eine lange Lebensdauer der Pfeife und einen hohen Genusswert ihrer Benutzung zu gewährleisten, muss eine Pfeife gepflegt werden. Nach dem Rauchen muss die Pfeife geputzt werden, sie muss sinnvoll aufbewahrt werden, und gelegentlich etwas gründlicher gereinigt werden.
7.1 Nach dem Rauchen
Ist die Pfeife weitgehend ausgekühlt, sollte sie mittels eines Pfeifenputzers gereinigt werden. Das verhindert einen Aufbau von Verbrennungsprodukten (Teeren) in Pfeifenkopf und Rauchkanal und erhöht die Lebensdauer der Pfeife erheblich2. Die Reinigungswirkung ist bei einer noch warmen Pfeife erheblich größer als bei einer vollständig erkalteten, weil das noch warme Kondensat leichter vom Pfeifenputzer aufgenommen werden kann. Andererseits sollte die Pfeife nicht mehr wirklich heiß sein, um Beschädigungen zu vermeiden.

Es ist darauf zu achten, dass keine Glut mehr vorhanden ist. Glühende Tabakreste können zu Verbrennungen an Haut, Kleidung, Möbeln usw. führen und bei Kontakt mit flammbaren Materialien einen Brand auslösen.
7.1.1 Holz- und Meerschaumpfeifen
Einen Pfeifenputzer, eine geeignete Ablage (z. B. Aschenbecher) und die abgekühlte Pfeife bereit halten. Die Asche aus der Tabakkammer schütten, dabei ggf. mit dem Pfeifenbesteck nachhelfen. Um einem übermäßigen Aufbau der Kohlschicht vorzubeugen, die Innenwandung mit dem Löffel des Pfeifenbestecks sachte abschaben. Dadurch werden nicht ganz verkohlte Aschepartikel abgelöst, was zusätzlich den Zusammenhalt der Kohleschicht verbessert.
Die Pfeife wie oben gezeigt auseinandernehmen, den Kopf der Pfeife sicher ablegen. Den Putzer vom Mundende durch den Rauchkanal im Mundstück schieben. Bei Filterpfeifen kann dabei gleich der Filter mit herausgeschoben werden. Sollte der Filter dafür zu fest sitzen, den Filter von Hand herausziehen. Das Mundstück sicher ablegen.
Den Kopf der Pfeife aufnehmen und das noch ungebrauchte Ende des Putzers in den Rauchkanal schieben, bis das Ende etwa die Mitte der Tabakkammer erreicht hat. Zur Sicherung die Finger direkt an die Öffnung im Holm anlegen. Dadurch wird verhindert, dass der Draht des Putzers die Innenwandung der Tabakkammer beschädigt. Mit einer drehenden Bewegung den Pfeifenputzer mehrfach teilweise herausziehen und wieder hineinschieben, um möglichst viel Restfeuchte aus dem Rauchkanal aufzunehmen. Den Putzer herausziehen und das zuletzt benutzte Ende umbiegen. Bei Putzern mit sehr weichem Draht eine Schlaufe bilden. Mit der Schlaufe die restliche Asche aus der Tabakkammer fegen. Den Pfeifenkopf sicher ablegen.
Bei Filterpfeifen nun das Mundstück aufnehmen. Das noch gerade Ende des Putzers umbiegen und damit die Filterbohrung trocken legen.
Die Pfeife wieder zusammensetzen und mit einem trockenen, weichen Tuch abwischen. Dadurch werden beim Rauchen aufgetragene Hautfette, Schweiß und Säuren entfernt, die sonst das Polierwachs bzw. die Lackierung beschädigen können. Die Pfeife für 24 Stunden weglegen. Meerschaumpfeifen sollten länger ruhen, damit das vom Material aufgenomme Kondensat möglichst vollständig ausdampfen kann.
7.1.2 Maiskolbenpfeifen
Die meisten Maiskolbenpfeifen haben einen deutlich weiteren Rauchkanal als die meisten Holzpfeifen. Die Reinigung ist im Wesentlichen so durchzuführen wie bei einer Holzpfeife, mit dem Unterschied in der Handhabung des Putzers. Dieser wird gleich zu Beginn in der Mitte fest umgebogen, um zunächst das Mundstück trockenzulegen, dann den Holm zu reinigen, und zum Abschluß die restliche Asche aus der Tabakkammer zu fegen. Maiskolbenpfeifen sollten etwas länger ruhen, damit das aufgenommene Kondensat möglichst vollständig ausdampfen kann. 2–3 Tage sollten ausreichen.
7.1.3 Systempfeifen
Die meisten Systempfeifen sind im Wesentlichen so aufgebaut wie Holzpfeifen, indem sie einen Kopf und ein Mundstück haben, die allerdings etwas anders aufgebaut sind als bei Holzpfeifen. Diese Pfeifen sind genau so zu reinigen wie Holzpfeifen. Bei Systempfeifen mit einem Abguss sollte man diesen beim Reinigen mit einem Papiertaschentuch oder einem Stück Küchenpapier trockenlegen, bevor mit dem Putzer weiter gemacht wird. Das Video zeigt beispielhaft das Reinigen einer Falcon®-Pfeife. Viele andere Systempfeifen sind sehr ähnlich aufgebaut und die Reinigung ist sinngemäß genau so durchzuführen.
Die Basisteile der meisten Systempfeifen bestehen aus Kunststoffen oder Metall und brauchen daher keine Ruhezeit nach dem Rauchen. Die meist aus Bruyère bestehenden Köpfe sollten vor dem nächsten Rauchen jeweils ca. 24 Stunden ruhen.
7.2 Aufbewahrung
Alle Pfeifentypen sollten trocken und im Idealfall staubgeschützt aufbewahrt werden sowie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein. Frost und große Hitze sind ebenso zu vermeiden, um Schäden am Material zu verhindern. Bei organischen Materialien (Holz, Maiskolben) sollten außerdem große Schwankungen in Temperatur und Luftfeuchte vermieden werden.
Weiterführende Hinweise zu Pflege und Aufbewahrung finden sich in den jeweiligen Kapiteln.
Fußnoten
- Sofern die Anleitungen nicht per automatischer Übersetzung aus dem Chinesischen ins Englische und von da ins Deutsche übertragen wurden. In diesem Fall bitte den gesunden Menschenverstand einsetzen. ↩︎
- Das Vernachlässigen der regelmäßigen Reinigung kann unangenehme Folgen haben. Ein guter Freund meinte, ihm sei das Putzen zu aufwändig. Bis er eines Tages ein paar Tropfen vom angesammelten Teergemisch einnuckelte und vor Schreck herunterschluckte. Ich hatte bis dahin nicht gewusst, dass die Haut eines Menschen ohne äußerliche Anwendung von Farbstoffen grün werden kann. Er hat danach seine Pfeifen sehr penibel sauber gehalten. ↩︎



